Navalyzer – wie alles begann…

November 2016: Der Auslöser.

Die jährliche Rentenvorschau schlägt auf. Und der festgefasste Wille, diesmal die Zahlen eine Spur gründlicher zu durchdringen, endet in einer erschreckenden Erkenntnis: George fehlen genau 6 MONATE Rentenpunkte, um später (viel später!) einmal ohne zu große Verluste frühzeitig Ruhestand einzuläuten.

Nun fühlt sich George in seiner Selbständigkeit sehr wohl – hat er doch zuvor Jahrzehnte genug angestellt-fremdbestimmte Sklaventätigkeit ausgeführt. Was tun? Zwei Möglichkeiten. Einfach die fehlenden Monate in die Rentenkasse einzahlen. Uncool. Oder – wie abartig – sich ein halbes Jahr anstellen lassen. Undenkbar!

Ein Sonntag. 16 Bewerbungen. 10 Tage später die Weihnachtsfeier mit seinen Kollegen des neuen Arbeitgebers.

Januar 2017: Was hat George da nur getan?

After decision regret? Nicht wirklich. Gern geht George den ersten Tag zu seiner neuen Arbeitsstelle. Ein kleinerer IT Dienstleister für Microsoft Dynamics NAV Projekte, und George hat sich als Software-Entwickler beworben. Das was ihm halt möglichst Spaß macht die sechs nötigen Monate lang.

Gefühltes Totalchaos! In den 30 früheren Angestelltenjahren bei einem Großkonzern in verschiedensten Positionen und unterschiedlichsten Organisationen, und auch bei den damaligen Kunden breitgefächerter Branchen, hat er haufenweise eigenartigste Chefs, problembehaftete KollegInnen, unerklärliche Entscheidungen und zickige Kunden kennengelernt – aber nichts hat ihn auf dieses Umfeld vorbereitet oder gar gewarnt; es ist, nun, anders. Eine Herausforderung.

Eine weitere Herausforderung: Microsoft Dynamics NAV und seine Entwicklungsumgebung. 1983 von einem dänischen Unternehmen entwickelt und 2002 von Microsoft erworben, versprüht NAV den spröden Charme bemühter Steinzeitbewältigung. Ein paar tausend Tabellen erschrecken den ERP-Erfahrenen erst einmal nicht. Die betriebswirtschaftlichen Prozesse wie die programmtechnische Umsetzung sind – sagen wir – konsistenziell einarbeitungsintensiv. Die IDE hat George einmal als die interessanteste Programmierumgebung seit seinem abendlichen Stanzen von Lochkarten Anfang der 1980er bezeichnet. Das war aber übertrieben. (?:-))

Aber genug über NAV geätzt. Das Lernen der n-ten Programmiersprache und Entwicklungsumgebung und das Beherrschen zumindest der minimalsten betriebswirtschaftlichen NAV Prozesse war eher minder kritisch.

Eher waren die Reibungen in der Organisation eine Gefahr. George ist anstrengend. Immer.

Juli 2017: Überlebt 🙂 – was nun?

Tatsächlich hat George die Probezeit überlebt. Er hatte sogar in der Übernahmeverhandlung ganz gute Karten. NAV Programmierer sind Mangelware – das weiß George jetzt.

Schlimm: Fast macht George die Arbeit Spaß. Sein Schnittmuster-Gewerbe läuft glücklicherweise praktisch allein, Zeit noch ein wenig in NAV zu investieren. Das Tagesgeschäft lässt sich nach der Einarbeitung elastischer an. Forget Rentenpunkte.

Das erste eigene erfolgreich abgeschlossene NAV Projekt. George erinnert sich, wie sich Erfolgserlebnisse anfühlen und tankt Selbstbewusstsein.

Daryl Zero sagt: „Assimilation is essential …“. Rezept befolgt, fleißig links und rechts beobachtet, Verhalten nachgeahmt, fast ist George schon ein normaler NAV Dienstleister. Das will er nicht!

NAV Dienstleistungen sind eine interessante Branche.

Kleine bis mittlere Kunden verschiedensten Betätigungsfelder. Oft Entscheider mit hervorragendem Gefühl für das eigene Business, aber ohne jede persönliche oder organisatorische Befähigung für den Aufbau einer Prozess- und IT-Architektur. Aber immer willig über Viertelstunden zu feilschen. Und die Anwender sind Anwender – Menschen halt.

Dagegen stehen die NAV Dienstleister. Es gibt diese in verschiedenen Größenordnungen, allgemeine und spezialisierte, regionale und verCloudete. Aber aus irgendwelchen Gründen scheint der einzige Maßstab „billig“ zu sein – spricht man mit einem NAV Entwickler eines beliebigen NAV Dienstleisters, stottert er verschüchtert nach unten blickend etwas von 1,75 Mannstunden. Er zaubert dann irgendetwas was läuft, vorerst, undokumentiert, mit Nebenwirkungen.

Es scheint normal und akzeptiert zu sein, als NAV Dienstleister Kunden wegen massiven Frusts an Mitbewerber zu verlieren. Hin und her in alle Richtungen. Mehrfach bis zum Wahnsinn des Kunden. Niemand scheint besser zu sein.

Die Worte „Qualität“ und “Customer Satisfaction“ scheinen bei NAV Dienstleistern derzeit eine vergleichsweise zu anderen (Software-)Branchen untergeordnete Rolle zu spielen. Aktive Führung des Kunden?

Das war schon immer so und muss so sein, weil… .

Ein Paradigma. Dringend fällig für einen Wechsel.

Und NAV fasziniert George zunehmend, fast liebt er es in den FOBs und TXTs zu schwimmen, die Stecknadel zu finden in den gefühlt 1000 Möglichkeiten eine entscheidende Codezeile unauffindbar zu verstecken. Es gibt ein System! Nur niemand kennt es ;-).

Januar 2018: Übermut macht sich breit…

Der Anfang des Jahres 2018 ist ruhig. Interne Umorganisation; suchen nach der Palme. Die vorhandenen Kunden sind gut im Griff, ein passendes Neuprojekt wäre willkommen.

George formuliert in einem spätnachmittäglichen Gespräch mit einem Kollegen: „Mein persönliches Ziel für 2018 im Bereich NAV ist ein Produkt und ein Buch.“. Er lacht. Warum?

Wie kann dieses Ziel angegangen werden? Wird die Firma mitgehen? Sind die Ideen realistisch? (klingt nach Oak Island, eh?)

George entschließt sich, private Zeit in NAV zu investieren wie bisher in die Patterns. Ein Exposé mit den wichtigsten Ideen ohne too much Revealing muss her. Ein Name muss her – eine Idee ist NICHTS ohne kräftigen Namen – mehr noch in Zeiten der weltweiten Spinne. Und, noch wichtiger, eine konsistente inhaltliche Linie. Pinegrow is waiting. Responsive for sure. Maybe Progressive.

April 2018: Starting the Navalyzer!

Ein Schelm wer Böses dabei denkt: Am 1. April 2018 geht Navalyzer an den Start.

George selbst hat noch keinen Plan – wo angeln – wie vorantreiben – nicht mal deutsch und oder vielleicht doch englischer… – aber egal bestimmt systematisch. Es beginnt mit diesem Blog. Die Site wird schnell folgen.

Bei Partnersuche jeder Art gilt: 1. Was willst Du? 2. Wer geht mit Dir?

Und weitere Lebensweisheiten als Leitbild für die Arbeit am Projekt Navalyzer waren auch schnell gefunden:

  • Sei glücklich!
  • Sei frei von Angst!
  • Habe Spaß!
  • Die Antwort auf den Rest: 437 – approximately.

Die Nützlichkeit dieser Geburt? Time will tell …

George the Navalyzer

Weitere passende Blogs zu George´s Arbeitsleben:

„Urlaub und Arbeit“: https://selberschneidern.blog/?s=arbeit

„Das Paradigma der Gradierung“ und „Schnittmuster für Menschen“: https://selberschneidern.blog/?s=Gradierung